Heimspiel: Sportler suchen neues Zuhause für Flüchtlinge

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Die Situation

Etwa 90.000 geflüchtete Menschen leben in Berlin. Ein großer Teil von ihnen in Notunterkünften, Unterkünften, etwa 10.000 Menschen in Turnhallen (Stand Juni 2016). Das ist belastend für die geflüchteten Menschen, die in den Notunterkünften oft keinerlei Privatsphäre haben. Die Belegung der Turnhallen ist organisatorisch wie finanziell auch belastend für die Vereine, die gar nicht trainieren können oder auf andere Räume ausweichen müssen. Gerade Familien wollen gern in der Umgebung der Turnhalle bleiben, wo Kinder bereits in Kita und Schule gehen und Beziehungen entstanden sind. Der Senat will die Menschen woanders als in den Hallen unterbringen. Das geht natürlich nur, wenn ausreichend Wohnraum neu gebaut oder gefunden wird.

Was liegt näher, als dass Geflüchtete, Träger, Helfer und die betroffenen Sportvereine an einem Strang ziehen, um Lösungen zu finden.

Was Geflüchtete tun können

  • Aktiv werden: Mit Helfern über ihren Wohnraumwunsch kommunizieren und alle relevanten Plattformen nutzen, um Wohnraum zu finden.E
  • Profile erstellen: Gesichter und Geschichten schaffen Bezug: Ein Kurzprofil über sich selbst erstellen (ggf. mit Helfern): Alter, Herkunft, Sprachkenntnisse, Interessen, Lieblingssport, Wohnraumwunsch und aktuelle Unterkunft. Das Profil auch bei Seiten wie Home4refugees einstellen.

Was Betreiber / Helfer tun können

  • Profile zusammenstellen: Mit Erlaubnis der Bewohner deren Profile plus die Info, wie viel der Wohnraum kosten darf, zusammenstellen und den unterstützenden Sportvereinen zur Verfügung stellen.
  • Infoabende rund um Wohnungssuche für Geflüchtete und Wohnungssuch-Paten machen.
  • Ansprechpartner: Für Fragen der Helfer aus den Sportvereinen zur Verfügung stehen. Wir von Nestwerk vermittlen gern Kontakt zu Betreibern und Helfergruppen, falls die Sportvereine selbst noch keine direkten Kontakte haben.

Was Sportvereine tun können

  • Einzelne Menschen aufnehmen: Über 50% aller allein reisenden Geflüchteten wünschen sich, für ein Jahr oder länger mit einer deutschen Familien oder WGs zu leben, um gut Deutsch zu lernen und sich zu integrieren. Die Ämter zahlen Miete. Es wäre echter Sportsgeist, jemanden für eine Zeit ein Zuhause zu geben.
  • Wohnraum an Helfergruppen und Initiativen melden: Wer von einer freien Wohnung weiß kann die an die Helfergruppen der Turnhalle oder die Initiativen informieren.
  • Vermieter ansprechen: Viele private Vermieter oder Gesellschaften wissen nicht, dass man an Geflüchtete vermieten und die Miete direkt vom Amt beziehen kann. Hier kann man Kontakte nutzen und bei Vermietern, die man kennt, darum bitten, Geflüchtete aufzunehmen.
  • Patenschaften: Einzelne Mitglieder oder ganze Mannschaften können einen oder mehrere Geflüchtete bei der Wohnungssuche unterstützen: Bei Besichtigungen begleiten, Dokumente erklären, beim Papierkram helfen. Schulungen werden von uns den Wohnrauminitiativen angeboten.
  • Praktische Hilfe: Möbel finden oder transportieren, Bohrmaschinen ausleihen… rund um den Umzug gibt es einiges zu tun.
  • Sport machen: Geflüchtete, die den gleichen Sport lieben, in den Verein mitnehmen, ggf. Mitgliedsbeiträge übernehmen und neue Kameraden gewinnen.

Bei diesem Heimspiel gewinnen alle:

  • Geflüchtete, die endlich richtig ankommen können.
  • Die Vereine, die ihre Hallen schneller wieder für Sport nutzen können.
  • Alle, die durchs Miteinander zu Kameraden und Freunden werden.
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